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27. Sep. 2014 Kategorie: Aktuelles

Die Planung nie an einen Investor abgeben

Zunächst hatte der kompetente Gast ein Lob für Rat und Verwaltung mitgebracht: Es sei richtig gewesen, Ende der 1990er Jahre "Nein" zur völlig überdimensionierten Minoritenplatz-Gestaltung durch "Multi" (so Hoorn) zu sagen.


Als die Planungen akut wurden und sich eine Mehrheit für Multi-Development quer durch die Parteien abzeichnete, war Dr. Hans Hoornerstmals in Kleve. Der Mann, der die niederländische Stadt Maastrichtzur europäischen Vorzeigestadt machte, der immer wieder betont, dassQualität und nur Qualität eine Stadt nach vorne bringt und der jetztdurch die Lande reist, gute Städteplanung zu predigen.

Hoorn hatte damals einen bleibenden Eindruck hinterlassen:Plastikstühle verschwanden aus der Innenstadt, die Werbetafeln wurdenkleiner. Auch das erkannte der Mann aus Maastricht, als er jetztnochmals vor seinem Vortrag vor dem Wirtschaftsforum Kleverland überStädtebau referierte. "Sie haben damals Mut bewiesen - und Sie sind aufeinem richtigen Weg", sagte er. Das war Balsam auf städtische Seelen. Ananderen Stellen seines kurzweilig-spannenden wie fundierten Vortragsklangen Verantwortlichen der Bauämter, die aus diversen Kommunendes Kleverlandes gekommen waren, wohl die Ohren: "Geben Sie diePlanung nie an einen Investor ab - dann haben Sie sofort verloren",mahnte der Stadtsozialoge.

Immer, immer müsse die Stadt die Oberhand halten, müsse als "Coach"fungieren, was Städtebau und Architektur anginge. "Bei den Bauämternmuss die Kompetenz liegen", sagte er. Wichtig sei Wohnen in der Stadt,was die City dann automatisch belebe. Und noch wichtiger sei die guteGestaltung des öffentlichen Raumes, der Plätze. Nur dann könne eineKommune in der harten Konkurrenz der Städte untereinander bestehen.

Quelle: Rheinische Post